UMWELT
Kann man die Energie eines Blitzeinschlags nutzen?
Ein einzelner Blitz enthält enorme Energiemengen: Er kann Ströme von bis zu 30.000 Ampere und Spannungen von mehreren hundert Millionen Volt erreichen. In Energie umgerechnet entspricht ein Blitz im Durchschnitt rund 5 bis 20 Milliarden Joule. Das klingt gigantisch – es reicht in etwa, um ein Einfamilienhaus mehrere Monate mit Strom zu versorgen.
Trotzdem gibt es mehrere Probleme, die verhindern, dass wir Blitze heute als „Energiequelle“ nutzen:
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Unberechenbarkeit: Blitze schlagen sehr unregelmäßig ein. Man weiß nicht, wann und wo genau ein Blitz entsteht – und damit auch nicht, wie man ihn planbar „ernten“ könnte.
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Extrem kurze Dauer: Ein Blitz dauert nur wenige Mikrosekunden. Die Energie fließt also extrem schnell – wie ein explosionsartiger „Stromstoß“. Diese Energie verlustfrei einzufangen und nutzbar zu speichern, ist technisch kaum möglich.
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Speicherung: Selbst wenn man die Energie eines Blitzes „auffangen“ könnte, bräuchte man riesige und extrem schnelle Energiespeicher. Heutige Batterien und Kondensatoren können mit diesen extremen Energiespitzen nicht umgehen.
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Gefahren: Die Technik, die Blitze kontrolliert abfängt, müsste ungeheure Spannungen aushalten – und wäre damit extrem aufwendig, teuer und sicherheitskritisch.
Es gibt vereinzelt Forschungsprojekte, die versuchen, Blitze gezielt zu lenken (z. B. mit Lasern, die den Blitz „anlocken“) oder in großen Superkondensatoren Energie zwischenzuspeichern. Bisher sind diese Versuche aber weit von einer wirtschaftlichen Nutzung entfernt.
Fazit: Rein theoretisch könnte die Energie eines Blitzeinschlages genutzt werden – praktisch ist es derzeit nicht möglich, da Blitze zu unregelmäßig, zu kurz und zu schwer zu speichern sind. Für die Energieversorgung setzen wir daher lieber auf kontinuierliche, planbare Quellen wie Sonne, Wind und Wasser.